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Sovenance 6

Korpus: Erle, einteilig
Decke: Wild Maple
Hals: Birdseyemaple beste Qualität
Pickups: Steg: Siggi’s Favorite Plus, Neck: Siggi’s Favorite
Elektronik: 5-fach Megaswitch Volume, Tone (mit Interrupt)
Hardware: Schaller Lo Profile, Tremol-No Unit, Schaller Lock-Mechaniken
Specials: Hergestellt nach Vorgaben von Arkadij Friedt, feinste handselektierte Hölzer, CNS System, Abalone Inlay „S“ nach Vorlage, Edelstahlbünde, Full Scalloping (außer Inlay). Kleine Mechaniken-Flügel aus Birdseyemaple
Farbe: Vintage Amber Burst Hochglanz, Korpus-Rückseite: Natur, Seidenglanz
Klang: Klar, druckvoll, transparent und sehr obertonreich. Perfekt für Hardrock und Metal
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Review/Statement SOV-6


Zusätzlich zu dem, das ich schon im Review zu meiner Nr. 1 / SOV(ENANCE)-7 gesagt habe, möchte ich hier noch kurz auf die Nr. 2 / SOV(ENANCE)-6 eingehen. Diese Gitarren waren meine ersten echten Custom-Instrumente und ich habe bei der Fertigung dieser Schmuckstücke die Erfahrung gemacht, dass Custom-Gitarren auch ein Stück weit ein kleines Abenteuer und Wagnis darstellen, bei dem das Endresultat sich zwar von einem Fachmann wie Siggi weitgehend vorhersagen lässt, dennoch manchmal etwas anders ausfallen kann als in der Theorie. Z. B. wurden bei meinen Modellen noch im Bau kleinere, teilweise aber auch größere Änderungen vorgenommen, die sich „so ergeben haben“. Man sollte diese Bereitschaft zur Akzeptanz sich während der Fertigung neu eröffnender Möglichkeiten mitbringen. Bei der SOV-6 habe ich das Scalloping zunächst ab dem 14. Bund bestellt, was so auch zunächst ausgeführt wurde. Das „Anprobieren“ eines damals fertiggestellten Instruments für einen anderen Kunden hat mich in Sachen Scalloping aber so begeistert, dass ich die Aushöhlungen auch auf die untere Halshälfte erweitern ließ. Das bereits eingearbeitete Inlay-Initial am 12. Bund blieb dabei natürlich erhalten und insgesamt entstand eine neue Optionsvariante, das „Multi-section Scalloping“, mit dem im Vorfeld niemand gerechnet hatte.

Beide Gitarren finde ich optisch sehr reizvoll und von sensationeller Holzqualität, aber das so lecker gezeichnete Deckenfurnier der „6“ sowie deren unfassbar prachtvoll marmorierte Hals-Griffbrett-Kombination sind wirklich nicht mehr zu toppen. Die Nr. 2 ist ein absolutes Meisterwerk, dessen Klang und Optik auf demselben hohen Niveau stehen und sich ebenbürtig sind. Im Hinblick auf weitere Custom-Modelle kann ich sagen: Auf diesem Top-Niveau der Gitarrenbaukunst ist nicht viel Luft für „besser“, daher werden weitere bei Siggi in Auftrag gegebene Gitarren eher „anders“, alle mit ihren eigenen Reizen.

Und wie klingen die Gitarren? Ausgesprochen schwingungsfreudig, brillant, transparent, mit immensem Obertonspektrum… kurzum edel. Die Bespielbarkeit ist traumhaft, die Saitenlage angenehm flach, ohne zu scheppern, die Hals-Haptik schlicht umwerfend. Speziell für meine Bedürfnisse abgestimmt, habe ich eine relativ steile Bundabrichtung und einen nicht zu knapp bemessenen Saitenabstand zum Griffbrettrand geordert, um beim Bespielen der äußersten Saiten nicht übers Griffbrett hinauszurutschen (vor allem „Quietsch-Artificials“ auf E6 oder H7). Mit Siggis Werkseinstellungen komme ich in Sachen Bespielbarkeit auf Anhieb besser zurecht als auf meinen 2 alten Ibz-Customs, nachdem diese gePLEKt wurden! An diesen Einstellungen werde ich bestimmt nicht manipulieren, auch wenn ich an meinen alten Gitarren immer wieder ein Maximum an Bespielbarkeit herauszuholen versucht habe - bei Siggis Instrumenten wird eine Top-Bespielbarkeit „ab Werk“ geliefert. Klang und Spielgefühl machen süchtig – ich hatte bereits damit gerechnet: einmal Custom, immer Custom! Ob mit oder ohne Interrupt-Switch, mit diesen Teilen steht einem coitus gitarristus non-interruptus nichts im Wege ;-)

Dabei kommt den Häussel-Pickups die Rolle zu, nichts zu beschönigen – warum auch, bei dem Spitzen-Grundklang – sondern, ähnlich wie Mikrofone, „nur“ zu verstärken. Mit diesen ehrlich und relativ direkt klingenden TA eröffnen sich gerade in Kombination mit solchen hochwertigen Instrumenten, spielerisches Vermögen vorausgesetzt (an meinem „Ton“ habe ich zugegeben noch zu arbeiten), mehr und neue Klangnuancen. Mit den in der SOV-6 und SOV-7 verbauten Häussel-Typen wollte ich trotz bevorzugtem Einsatz im Rock-/Metal-Sektor vielseitige Gitarren, die auch im Clean-Bereich überzeugen und nicht kompromisslos auf „Brat-Sounds“ getrimmt sind. Im Ergebnis klingen die Gitarren auf Anhieb etwas matter bzw. weniger gesättigt, bieten dafür aber auch einen umso klareren Grundklang mit viel Transparenz, aber ohne Matsch. Dies macht eine neue Anpassung meiner bisherigen Gerätschaften bzw. deren Einstellungen erforderlich, was mir sehr recht ist. Die Verzerrung ergibt sich in diesem Fall dann über den Amp oder weitere vor- und nachgeschaltete Geräte, nicht aber über die Pickups, deren derzeit moderat eingestellte Montagehöhe einen klaren Klang begünstigt.

Die Elektronik ist relativ nebengeräuscharm, ich kann jetzt für Aufnahmen die Einstellungen am Gitarren-Noisegate (bei Recordings) ein Stück zurückfahren – prima! Auch die Piezos überzeugen, bei meiner „7“ wurde die Piezo-Elektronik als Prototyp frisch entwickelt. Intern lassen sich die Pegel für jede Saite sowie die Pegel der magnetischen und Piezo-TA separat einstellen, daneben noch der Gesamtausgangspegel. Das nenne ich Custom, alles einstellbar! Darüber freue ich mich als Control-Freak ganz besonders.

Als weitere Option habe ich sofort die RF-Option bestellt (Bünde, Schrauben und Feinstimmer aus Edelstahl), und das nicht nur wegen der wahrlich blendenden Optik. Wie freue ich mich zu wissen, dass ich (zumindest an meinen Siggi-Braun-Instrumenten) nie wieder Bünde polieren muss, wozu ich mich wegen der für mich unbefriedigenden Werksqualität anderer Hersteller in der Vergangenheit zur Genüge veranlasst sah (viele Hersteller werden teilweise außer schlecht polierten Bünden in der „Normalpreis-Kategorie“ auch den Furnieren in Sachen Beiz-/Lackierarbeit leider nicht gerecht und lassen gleichgültig Potenzial liegen, das Siggi & sein Team voll ausschöpfen). Diese zu einem überaus fairen Preis angebotene Luxusoption kann ich nur wärmstens empfehlen, an derart hochwertigen Gitarren stellen sie für mich persönlich eigentlich ein absolutes Muss und eine höchst sinnvolle Bereicherung dar.

Falls sich jemand über die an den Kopfplatten montierten String Damper wundert: Diese hatte ich vor Jahren für meine alten Gitarren angefertigt, nach Absprache wurden diese Damper bei der Abholung der Gitarren vormontiert. Die Dämpfer wurden für die SOV-6 und SOV-7 etwas angepasst und fügen sich, wie ich finde, gut in die optischen wie praktischen und klanglichen Ausstattungsmerkmale der Instrumente ein.

Bei Siggi Braun finde ich mich hervorragend aufgehoben und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit bzw. auf neue, bereits in Planung befindliche Projekte.

A. Friedt

SOVENANCE Website

Links zu meinen anderen Custom-Gitarren von Siggi Braun:
ID 266 Aqua
ID 261 Natural
ID 198 Sovenance 7